Unsere Schwerpunkte

Trauer am Arbeitsplatz

1. Wie ist die Ausgangssituation?

Betriebe spielen im Zusammenhang mit dem Dialog und der Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer in unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle. Sie repräsentieren mit ihren Mitarbeitenden große Teile der Bevölkerung und stehen unmittelbar im Fokus, wenn im Einzelfall Mitarbeitende selbst an einem nicht heilbaren Leiden erkrankt oder Angehörige im persönlichen Umfeld eines oder einer Mitarbeitenden betroffen sind. Der Tod eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin stellt für alle Beteiligten eine extreme Ausnahmesituation dar, ganz besonders dann, wenn er plötzlich und am Arbeitsplatz eintritt.

Etwa 10.000 Menschen (rd. 1% der Bevölkerung) sterben jährlich in Köln, viele von ihnen nach einer längeren Erkrankung, die eine Begleitung, Unterstützung und Hilfe des sozialen Umfelds, der Familie, der Freunde, aber auch der Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz erfordert. Zwar stirbt der größte Teil der Menschen im höheren oder hohen Lebensalter, aber ein Teil verstirbt eben auch im berufstätigen Alter. Und jeder Todesfall bedeutet ggf. für die Hinterbliebenen eine Phase der Trauer und Trauerbewältigung. So sind von einem Todesfall jeweils auch 3-5 Zugehörige betroffen, die ggf. als Mitarbeitende in einem Betrieb Verständnis, Unterstützung und Hilfe in ihrer Trauer und ihrem Leid brauchen.

Betriebe müssen in einer solchen Situation darauf vorbereitet sein und Wege finden, angemessen zu reagieren – im unmittelbaren Umgang und der Kommunikation mit den Betroffenen selbst wie auch in der systematischen /strukturellen Herangehensweise.

Wie stellt sich derzeit die Situation in Kölner Betrieben dar? Eine Auseinandersetzung mit diesem Thema ist für Betriebe bislang keineswegs selbstverständlich und es ist kann nicht davon ausgegangen werden, dass das Thema bereits im betrieblichen Alltag angekommen ist. Auch aus Gesprächen mit verschiedenen Personal- oder Betriebsräten großer Betriebe z.B.  konnten keine Konzepte für den Umgang und die Beratung im Trauerfall am Arbeitsplatz berichtet werden.

Es gibt jedoch eindrucksvolle Initiativen, die mit ihren Beispielen zeigen, dass und wie in Betrieben ganz unterschiedlicher Art und Größe und in ganz unterschiedlichen individuellen Situationen neue Wege beschritten werden können.

2. Wo wollen wir hin? Welche Ziele verfolgen wir?

Ziel des Diskussionsprozesses „Trauer am Arbeitsplatz“ im Rahmen der Caring Community Köln ist es, die Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer und ihre Enttabuisierung in den in Köln ansässigen Betrieben zu fördern, sie auf den Umgang mit schwerer Erkrankung, und Tod von Mitarbeitenden und deren Angehörigen besser vorzubereiten und eine betriebliche Trauerkultur zu entwickeln. In diesen Prozess sollen ausdrücklich auch Auszubildende und Berufsbildungsstätten einbezogen werden.

Hierzu sind viele Schritte erforderlich, die von der Ermittlung des Bedarfs in den einzelnen Betrieben, der Information und Schulung von Führungskräften und Mitarbeitenden, der Herstellung von Transparenz über Abläufe und Verantwortlichkeiten bis hin zur Verankerung eines entsprechenden Selbstverständnisses im Alltag reichen. Hierzu sollen den Betrieben konkrete Handlungshilfen zur Verfügung gestellt werden.

Die Verbände, Kammern und anderen Zusammenschlüsse der Betriebe und Unternehmen wirken in diesem Prozess mit, mit dem Ziel, auch ihrerseits diese Entwicklungen auf der verbandlichen Ebene zu fördern und vor allem kleinere Betriebe organisatorisch zu unterstützen.

 

3. Mit welchen konkreten Maßnahmen können wir unsere Ziele erreichen? Wie können wir unsere Maßnahmen umsetzen?

Um Maßnahmen zu entwickeln und die Umsetzung anzustoßen, ist es erforderlich Handlungsfelder zu benennen:

Bedarfsermittlung innerhalb der Betriebe:

Unternehmer:innen:

  • Feststellung bestehender Strukturen und vorhandener Informationen (Was gibt es bereits?)
  • Zurverfügungstellen von Konzepten, Fragebögen und Interviewvorlagen

Führungskräfte, Mitarbeitende, Auszubildende:

  • Zurverfügungstellen von Konzepten und Interviewvorlagen

Kund:innen:

  • Prüfung anhand von Kriterien je nach Branche: Ist der Verwaltungsablauf auf die Betroffenheit der Kundschaft eingestellt?

Prävention

Unternehmer:innen:

  • Prozessbeschreibung; individuelle Strukturentwicklung im Betrieb: Festlegung von Ansprechpersonen, Kontaktliste, Vorhalten eines Leitfadens etc.
  • Fortbildung
  • Letzte-Hilfe-Kurse

Führungskräfte, Mitarbeitende, Auszubildende:

  • Mitwirkung an Prozessbeschreibung/Strukturentwicklung

Handeln in der akuten Situation

Unternehmer:innen:

  • Checklisten aus Leitfaden
  • Handlungshilfen
  • Notfallkoffer
  • Etablierte Trauerkultur
  • Verantwortliche Ansprechpersonen nach innen
  • Verantwortliche Ansprechpersonen nach außen
  • Regelung des Sonderfalles, dass Chef:in verstirbt; Handlungsempfehlungen

Führungskräfte, Mitarbeitende, Auszubildende:

  • Mitwirkung auf Verantwortungsebene

Kund:innen:

  • Umsetzung, sensibler Umgang

Ausbildung

  • Anpassung der Curricula: politisch adressieren
  • Kontakt mit Berufsschulen, weiterführenden Schulen etc.

Öffentlichkeitsarbeit

 Im Anhang:

Trauer am Arbeitsplatz – Leitfaden zum Verstehen und Handeln

Bürgerforum Köln Caring Community Tod und Trauer am Arbeitsplatz

Die teilnehmenden Institutionen:

Hier geht es zu den Logos und Links der Partner:innen der AG Trauer am Arbeitsplatz.

  • Handwerkskammer zu Köln
  • DGB Region Köln-Bonn
  • AXA Krankenversicherung AG
  • Palliativ- und Hospiznetzwerk Köln e.V.
  • Industrie- und Handelskammer zu Köln
  • Handwerkskammer Koblenz
  • BMG Modellprojekt Brückenbauer:innen Palliative Care
  • Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH
  • Kreissparkasse Köln
  • Zentrum für Palliativmedizin, Uniklinik Köln
  • LVR Sozialberatung
  • Endlich. Palliativ & Hospiz im Dr. Mildred Scheel Haus am UK Köln e. V.
  • Bestatterverband Köln